Sweet Family

365 Tage Familienleben aus Mamas Sicht

Es geht mir einfach zu gut

Alpenhof ade…es wäre zu schön gewesen, jeden Tag mit dem Blick auf die Berge zu erwachen, Essen serviert zu bekommen und volle Aufmerksamkeit zu geniessen. Das alles sollte mich auf meiner Mutter-Kind-Kur erwarten. Ich bin der Empfehlung meiner Freundin gefolgt und hatte mir schon vor Monaten einen Platz in einer kleinen, aber feinen anthroposophischen Klinik reserviert.

Nun ist der Zeitpunkt gekommen, dass ich mich um den ganzen Papierkram kümmern muss. Erst zum Arzt, dann zur Krankenkasse und dann alles an die Klinik schicken. Klinik…ist schon irgendwie das falsche Wort für meinen „Urlaub“. Aber fast alle Mütter die ich kenne, gehen früher oder später zur Kur. Viele von denen brauchen sie nicht und legen beim Arzt einfach Widerspruch ein, so dass ihnen diese doch genehmigt wird. Klar, einige sind wirklich erschöpft und am Ende, haben Beziehungsprobleme, psychosomatische Beschwerden etc. Denen sei es gegönnt, keine Frage.

Aber ich? Ich sitze bei meiner Ärtzin im Sprechzimmer und werde etwas schräg angeschaut. Ich war seit fast drei Jahren nicht mehr da. Meine Kinder spielen vergnügt auf dem Fußboden und ich kann nicht umhin zu zeigen, wie stolz ich auf die beiden und mich als Mutter bin. Ich habe alles im Griff und zwei ausgeglichene Kinder vor mir sitzen.

„Sie möchten also zur Kur? Was haben sie denn?“ Zu schnell rutscht mir raus: „Naja, also die Kur soll ja zur Vorbeugung sein und meine Freundin meinte: ‚Fahr doch mal in die Alpen, da gibt es diese kleine, feine Klinik, die dir bestimmt auch gut tut.‘ “ „Aha, hm.“ „Naja, mir geht es halt wie allen Müttern, man hat den normalen Streß und etwas wenig Schlaf.“

Leicht strafende Blicke und eine Belehrung darüber, dass ich als verheiratete Mutter zu Hause keine Chance hätte, folgen. Wir müssen wahrscheinlich Widerspruch einlegen, aber das wird schon. Dann kommt noch ein Vortrag wie gut es uns in Deutschland geht und keiner das zu schätzen wisse. Ihre Schwester lebt in den USA und dort muss man drei Monate nach der Geburt wieder arbeiten. Sollte ich ihr sagen, dass das der Grund war, weshalb wir unsere Zelte in Amerika abgebrochen haben? Um genau zu sein, muss man schon nach sechs Wochen wieder arbeiten, es sei denn man hat ein „special agreement“.

Aber ich wollte nicht diskutieren und im Grunde hatte sie Recht. Es gibt was umsonst und ich greife zu. Warum? Weil es alle tun. Weil es Spaß macht. Weil es geschenkt ist.

Gedankenverloren ging ich nach Hause und habe mir die Website der Klinik noch einmal angeschaut. 45 min Aufnahmegespräch mit einem Arzt, der einen Therapieplan erstellt, Psychogespräche über Beziehungen zu den Kindern, dem Partner etc. Außerdem eine lange Liste, welche Symptome man haben soll, damit einem geholfen wird.

Will ich alles nicht. Meine Psyche ist ok, mein Partner total normal und meine Beziehung zu ihm stabil. Wenn’s mal wackelt und kracht, dann ist er Mann genug, mich in den Arm zu nehmen und Therapeut zu spielen. Die Oma sorgt für kinderfreie Abende oder sogar mal ein Wochenende. Wo genau war jetzt das Problem? Es gibt keins. Das einzige was ich wollte, ist für wenig Geld mal rauskommen. Tapetenwechsel mit schöner Aussicht.

Ich will keine Dramen anderer Leute, ich will Ruhe und meine Zeit geniessen. Ich will auch keine anderen Kinder, deren Lärm und Stress ich ertragen darf. Vielleicht tausche ich die Berge einfach gegen den Strand und fahre mit meinem Yoga-Studio eine Woche nach La Gomera. Ich ganz allein mit Aussicht auf’s Meer.

Bleibt nur die Frage, wie ich meine Krankenkasse überzeugen kann. Immerhin habe ich mich ehrlich geoutet und ihnen einen Batzen Geld erspart. Wäre doch nett, wenn sie mir im Gegenzug meinen nicht ausgegebenen Kuranteil erstatten und mir eine schöne Reise wünschen 🙂 Danke, deutsches Sozialsystem, es wäre zu schön, wenn du auch noch meinen Urlaub übernehmen würdest.

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Na dann, Gute Nacht

Wie gesagt, sind wir gerade in Dallas, TX und genießen den sommerlichen Herbst. Der Himmel ist meistens strahlend blau und ohne Sonnenbrille und Hut geht gar nichts mehr. Na gut, auf den Hut kann ich verzichten, aber auf meine Sonnenbrille nicht. Leider hab ich diese beim Packen im herbstlichen Deutschland einfach total vergessen. Dabei hatte ich wirklich eine lange und umfassende Liste. Meine Zeit in Dallas ist einfach schon zu lange her, denn damals hätte ich sie als erstes eingepackt.

Nun gut, das ist Grund genug, wieder einmal schön shoppen zu gehen und mir die Brille zu kaufen, die ich sowieso schon immer wollte. Eine schöne, klassische Ray Ban sollte es sein. Mein dreijähriger Sohnemann fand meine neue Sonnenbrille so toll, dass er auch eine haben wollte. Gesagt, getan, für nur sechs Dollar kann ich nicht nein sagen.

Nun ziehen wir hier wie ein Herz und eine Seele ganz cool durch die Gegend und mein kleiner Großer stellte gestern dann ganz ernst fest, warum es überhaupt Sonnenbrillen gibt: „Mama, wenn ich die aufsetze wird es dunkel und dann gehen alle ins Bett.“ Ich sollte dann auch meine aufsetzen, damit ich mich zu ihm legen kann. „Aber mein Schatz, wer geht denn ins Bett, wenn die Sonne scheint?“ Schräger Blick: „Na, alle Kinder und DU!“ Ok, ich nehme, das mal als Kompliment, denn letztens durfte ich ja auch schon meinen Rucksack für den Kindergarten packen, weil wir beide schon sooo groß sind. Schöne heile Kinderwelt – wenn das all unsere Probleme sind, freu ich mich auf mehr!

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How are you?

Ach, Amerika, du bist so wunderbar. Vier Jahre ist es her, dass ich hier war. Wir sind meinem Mann mit Kind und Kegel auf seinen Businesstrip gefolgt. Auf nach Dallas, Texas, wo im Oktober unschlagbare 25 Grad und die Sonnenuntergänge einfach gigantisch sind. Alles ist plötzlich wieder so vertraut, wobei ich mir nicht sicher war, ob ich z.B. noch so gut Auto fahren könnte. Die Highways sind ja doch etwas größer und gruseliger. Aber fünf Jahre Job im Ausland hinterlassen ihre Spuren.

Eigentlich wollten wir damals nur zwei Jahre bleiben, aber es hatte uns zu gut gefallen. Die Freundlichkeit, das einfache Leben, gut bezahlte Jobs mit interessanten Leuten, was will man mehr? Wäre ich nicht schwanger geworden, hätten wir wahrscheinlich noch ein paar Jährchen in Oregon oder Washington State verbracht. Aber wir wollten keine kleinen Amis zeugen, die später unser English korrigieren und auf die Flagge schwören. Heimat ist doch etwas anderes.  Außerdem gehört dazu auch Familie, die erreichbar ist. Omas und Opas, die man jederzeit besuchen kann, ohne dafür ein Vermögen bezahlen zu müssen.

Und ich bereue diesen Schritt nicht. Ich bin froh, dass wir den Absprung geschafft und wieder in good old Germany Fuß gefasst haben. Ich bin sogar sehr glücklich, denn in Texas gibt es keinen Naturkindergarten oder Spielplätze, die nicht gummiert sind. Selbst der eine schöne Spielplatz, der vor vier Jahren noch aus lauter Holzgerüsten bestand, wurde durch Plastik ersetzt! Alles muss ganz sicher sein, so dass den Kleinen ja nichts passieren kann. Selber ausprobieren, Grenzen erfahren und dadurch wachsen, ist ausgeschlossen. Abgesehen davon sind texanische Bäume sowieso nicht zum Klettern geeignet.

Fest steht aber auch, dass zumindest die Texaner ein ausgesprochen gut gelauntes und freundliches Volk sind. Gerade heute morgen kam wieder jemand auf uns zu und sagte: „How are you? Your kids are so precious.“ Das geht doch runter wie Öl. Überhaupt sind sie so kinderfreundlich. Im Restaurant gibt es immer was zu malen und die Kleinen werden überall ernst genommen. Den kleinen Rucksack mit Spielzeug, den ich vorsichtshalber immer mitschleppe, kann ich mir hier getrost sparen. Es ist einfach schön, wenn man die Dienstleistungswüste Deutschland mal zwei Woche hinter sich lassen kann.

Im Grunde genommen müsste es eine Insel zwischen beiden Ländern geben. Dieses positive amerikanische Denken gemischt mit ein bisschen deutscher Sucht nach Sicherheit, sechs Wochen Urlaub gepaart mit den unglaublichen Landschaften, ein bisschen oberflächliches „How are you?“ mit einem Hang zu tiefergehenden Gesprächen, die ohne jammern und meckern auskommen…wäre das nicht schön?

Für mich steht fest, dass es sich gelohnt hat, wieder einmal über den Tellerrand zu schauen und die eigene Kultur zu reflektieren. Es ist einfach interessant zu sehen, dass wir alle anders und doch so gleich sind.

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Warum kann man sich nicht aufraffen?

Ich habe diesen Blog von diesem Typen „abonniert“, der 365 Tage lang jeden Tag eine Übung macht. Irgendeine sportliche Übung. Sowie ich jeden Tag Tagebuch schreiben wollte. Jedenfalls ist er heute bei Tag 286. Er postet ein Bild von sich und beschreibt die Übung. Ganz abgesehen von dem täglichen Aufwand, alles zu dokumentieren, ist er immer noch bei der Sache. Immer noch! Und er macht einen ziemlich fitten Eindruck.

Naja, kein Wunder, denkt man sich. Er macht ja jeden Tag Sport. Obwohl ich das nicht als Sport bezeichnen würde. Denn immerhin bin ich Personal Trainer und weiß, was Sport bedeutet. Aber er tut etwas für seine Fitness. Er steigt in seine Sportklamotten und widmet geschätzte fünf Minuten seinem Körper. Wieso schaffe ich das nicht?

Seit Wochen, nunmehr Monaten, schiebe ich mein Rückbildungsyoga vor mir her. Ich habe ganz brav den Kurs gemacht und die jeweiligen Übungen auf meinem Zettel mit nach Hause genommen. Da liegen sie nun und stauben ein. Meine Muskeln werden weniger, mein Bauch schwabbeliger. Ich denke jeden Tag daran und nehme es mir für morgen vor. Das Skurille ist, dass es mir auch noch Spass machen würde. Ich liebe Yoga. Warum mache ich es dann nicht?

Lieber sitze ich am Computer und schreibe meinen Blog während hinter mir im Ofen ein paar leckere Baguettes bruzeln, die viel zuviele Kalorien haben. Aber es ist Sonntagabend und gleich werde ich mit meiner besseren Hälfte die Baguettes teilen, ein Glas Wein trinken (noch mehr Kalorien) und Tatort gucken.

Ich könnte genauso gut nur lächerliche 10 bis 20 min für mich nehmen und diese paar Übungen machen. Sie tun mir doch so gut. Hinterher fühle ich mich schön gestretcht, gestärkt, irgenwie auch leichter und hätte überhaupt keine Lust mehr auf Baguettes. Aber was mache ich? Das Gegenteil.

Die Natur hat irgendwas falsch eingerichtet. Ich meine, ich sollte dafür dankbar sein. Immerhin habe ich dadurch einen netten Job. Leute zum Sport bringen macht Spass. Man erfährt alle möglichen Lebensgeschichten und macht sie glücklich. Aber wieso brauchen sie einen Personal Trainer, wenn sie doch mit einer Übung am Tag  richtig fit werden könnten?

Dank unserer menschlichen Faulheit hat sich eine ganze Industrie etabliert, die Unmengen Profit macht. Schlanker, schöner, fitter. Ich will das auch, keine Frage. Aber es ist doch verrückt, dass wir es einfach nicht schaffen, in die Gänge zu kommen, obwohl wir es ganz genau wissen.

So, meine Baguettes sind fertig. Ups, leider etwas verkohlt, weil ich zuviel nachgedacht habe. Aber sie schmecken auch so noch sehr gut und das Yoga wird auf morgen verschoben. Wie war das? Carpe diem – nutze den Tag. Ich sag mal Carpe Noctem und Guten Appetit!

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Da geht der freie Abend hin…

Wie hat Julia das nur geschafft? Wie hat sie JEDEN TAG ein Rezept von Julie nachgekocht? Ihr kennt doch alle diesen superschönen Film, oder? Mein Tagebuch ist aus dieser Idee entstanden. Ich wollte wie Julia jeden Tag was schreiben. Schreiben dauert oft nicht solange wie kochen. Das sollte doch möglich sein. Und nun ist es schon wieder Samstag. Ich habe eine Woche lang nichts geschrieben. Eigentlich nur, weil ich seit kurzem ab 22 Uhr das Licht ausmache.

Es hat sich bewährt. Ich bin ausgeschlafener – nein, nicht ausgeschlafen – und besser gelaunt. Ergo komme ich besser durch den Tag, weil auch die Kids entspannter sind. Ich bin weniger gernervt. Ist doch was Gutes, oder? Nur wo bleibt mein Lieblingshobby? Auf der Strecke…

Allerdings war heute alles anders und ein längerer Feierabend stand in Aussicht. Die Kids lagen schon um 18.30 Uhr im Bett. Also über eine Stunde früher als sonst. Normalerweise komme ich 19.30 Uhr aus dem Schlafzimmer. Mein Kleiner hat das irgendwie gemerkt. Nachdem er ganz brav versucht hat einzuschlafen, hat ihm seine innere Uhr gesagt, dass es noch viel zu früh ist. Plötzlich stand er wieder am Gitter seines Bettchens und hat sich lauthals beschwert. „Alles gut mein Kleiner…sch, sch, sch…guck mal die Sterne, hör mal die Musik…“ Brüll!! „Mama ist doch da…sch, sch, alles gut…“ Streicheln. „Ähhhhh…schluchz!“ 18.45 Uhr…19 Uhr…meine schöne freie Zeit floss dahin… „Brüüüülll! – Mama, nimm mich raus!“ Auch, wenn er mit seinen 16 Monaten noch nicht reden kann, verstehe ich ihn sehr wohl. OK, OK, OK, du hast gewonnen. Ich hob ihn raus, legte ihn ins Ehebett neben mich und er kraulte meine Haare. Regelmäßiges Schniefen drang in mein Ohr und säuselte mich in den Schlaf.

19.30 Uhr. Ich schreckte hoch. Der Elefant hatte aufgehört, seine Musik zu spielen. Der Kleine schlief tief und fest. Meine Motivation für alles, was ich an diesem Abend noch vor hatte war mit ins Traumland gewandert und ich fragte mich, ob ich heute vielleicht um 19.30 Uhr ins Bett gehen sollte. Nein, das ging wirklich nicht. Nach ein, zwei Minuten war ich wieder zu mir gekommen und hob ihn zurück in sein Gitterbettchen.

Gott, er ist so süß, wenn er sich in meinen Haaren verfängt und seine kurzen Ärmchen versuchen, mich zu umarmen. Wie kann ich ihm übelnehmen, dass er mich ans Bett fesselt?

Diese kleinen süßen Unschuldsengel – sie wissen es ganz genau. Sie wissen, wie Mama tickt und wie man sie um den Finger wickelt. Von wegen nur ein Baby. Erst stellen sie alles auf den Kopf und dann kommen sie mit dieser „ich bin so niedlich“ – Nummer, der man einfach nicht widerstehen kann. Aller Ärger ist verflogen, das Chaos vergessen und in trauter Zweisamkeit schmiegt sich Wange an Wange die Mutter und der Sohn, um gemeinsam zu geniessen was doch am wichtigsten ist – lieben und geliebt werden. Was braucht man mehr?

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Heißer Tipp: Kinderschuhe für Mamas

Also vielleicht wisst ihr das ja schon alle, aber ich habe heute eine geniale Entdeckung gemacht: Kinderschuhe passen mir auch!

Und das auch nur, weil ich die Schuhe für meinen grossen Sohnemann abholen wollte, die ich vorgestern nicht bezahlen konnte, weil ich meine EC-Karte an der Tanke vergessen hatte. Ja, wirklich. Ich habe sie einfach in dem kleinen Gerät stecken lassen. Ich war mir sicher, dass mir das nicht passieren würde. Wie blöd muss man denn sein…und schwups…war sie weg. Peinlich.

Also durfte ich heute nochmal 18 km bis zu dem Dorf fahren, wo wir zum Feiertag dem Papa bei der Regatta zugeschaut haben. Zum Glück war die Regatta nicht weiter weg. Sonst hätte ich heute vielleicht nocht 30 km weit fahren dürfen. Ich verbuche das mal unter einem netten Ausflug mit meinem Kleinen, der tief und fest schlief. Wir haben die Mittagspause halt einmal anders genutzt.

Nachdem ich meine wertvolle Karte wieder hatte, bin ich mit kleinen Sohnemann auf Fahrrad und Anhänger umgestiegen und in die Stadt geradelt, um besagte Schuhe zu holen.

Als ich durch die Regale schaute, fielen mir ein paar schöne Stiefel in ziemlich grosser Größe auf. Und man glaubt es kaum: die gab es auch in Größe 38, 39 und 40! Schuhe für Mamas! Und das in einem reinen Kinderschuhladen. Der Clou des Ganzen ist, dass sie um mehr als 100 Euro günstiger als Damenschuhe in selbiger Ausführung sind! Ist das nicht der Hammer?

Also habe ich nach intensiver Beratung mit einer anderen Mama zugeschlagen. Sie und ich haben jeweils das letzte Paar in Größe 38 und 39 bekommen. Tätä!

Liebe Kinder, es tut mir leid, wenn ihr so große Füße habt wie wir Mamas, die euch die Schuhe vor der Nase wegkaufen. Aber das ist wirklich keine Kindergröße und so ist das nun im Leben – man muss zuschlagen, wenn es sich lohnt. Wir werden das gesparte Geld sicher irgendwann wieder für euch ausgeben. Aber einmal müssen wir an uns denken 😉

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Ach George…mit dir schmeckt der Kaffee einfach besser

Eigentlich war es ein ganz normaler Nachmittag, an dem uns eine Krabbelgruppen-Mutter eingeladen hat. Kaffee, Kuchen, nette Gespräche und Kinder, die sich hoffentlich benehmen.

„Möchtest du Cappuccino oder Latte Macchiato?“

„Latte! – Yeah, supergerne!“ – „Danke, der ist aber lecker!“

„Ja, wir haben diese Kapseln, weißt du…aus der Werbung mit George -“

„George Clooney – ja ich weiß!“

Plötzliches Leuchten in beiden Augen – toller Typ, toller Kaffee – schmelz. Ich springe auf, um einen Blick auf die Maschine zu werfen. Schick, sehr schick und ein wenig anders als unsere. Und schon sind wir in ein Gespräch über Cappuccino & Co. verwickelt. Wie bekommt man den schönsten Milchschaum, welche Größe der Maschine passt für welche Küche, was kann deine, was kann meine. Und immer liegt ein Hauch George in der Luft. Es fühlt sich toll an, zu dieser kleinen, aber feinen Kaffee-Community zu gehören. Wir haben etwas gemeinsam. Wir sind uns einig: Diese Kapseln sind so unschlagbar gut wie dieser Typ.

Zugegeben, sie sind viel zu teuer und viel zu umweltschädlich. Aber wer will schon auf diesen wirklich guten Geschmack verzichten? Selbst George nicht…jedenfalls nicht in der Werbung und man kann die Realität ja mal beiseite schieben und glauben, dass er auch diesen kleinen Kapseln verfallen ist.

Meine bessere Hälfte und ich haben sie eine Weile lang tatsächlich „recycelt“. Bis zu viermal konnten wir eine Kapsel wiederverwenden und den Preis von 40 Cent auf 10 Cent senken. Einfach oben aufschneiden, neuen Espresso einfüllen und mit Alufolie wieder zudecken. Fertig. Leider hat die Maschine das nicht mitgemacht. Schade, denn ich fand es eine wirklich gute Idee.

Nun verwenden wir sie nur noch einmal und ignorieren den Preis, den uns George dafür abverlangt. Es fühlt sich einfach zu gut an, einmal am Tag zu dieser exclusiven Gruppe zu gehören und aus jedem Kaffee ein kleines Highlight zu machen. Danke nach Italien – wir werden unsere Sucht nicht bekämpfen!

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Schreiben tut gut

Tage wie dieser…es hat so schön begonnen und eigentlich gibt es nichts zu meckern, aber ich bin nur genervt. Warum weiß ich nicht. Vielleicht, weil beide Kids schniefen und wehleidig sind, vielleicht, weil ich komische Sprüche bekomme, die eigentlich nichts bedeuten, aber auf meiner Goldwaage mein zartes Gleichgewicht aus dem Lot bringen, vielleicht auch nur, weil die Sonne schien und ich nichts außer dem herbstlichen Rauschen der Blätter hören wollte. Ich hätte mich ja von allen Aktivitäten ausklinken können, aber das wäre übertrieben. Oder nicht?

Bin ich denn so überempfindlich? Nein! Laßt mich alle doch nur mal für eine halbe Stunde in Ruhe. „Was hat sie denn? Irgendwie ist sie ein bisschen gestresst.“ NEIN, bin ich nicht, aber wenn ich das höre… Was soll ich da sagen: „Danke, dass du mich darauf hinweist. Jetzt geht es mir viel besser. Ich bin wieder voller Tatendrang und guter Laune.“ ?!?

Einen klitzkleinen Artikel aus meiner liebsten Sonntagszeitung wollte ich auf unserer Gartenbank lesen. Bis zur Hälfte bin ich tatsächlich gekommen. Dabei ist das schon viel im Vergleich zu anderen Sonntagen. Ich sollte mich freuen. Aber diesen einen Artikel hätte ich wirklich gern in aller Ruhe zu Ende gelesen. In Wörtern und Buchstaben versinken. Genauso wie beim Schreiben. Einfach versinken. Gedanken nachhängen. Sich in andere Personen versetzen und fragen: „Was hätte ich getan? Wie hätte ich reagiert?“

Es ist einfach so entspannend und dieses warme wohlige Gefühl von totaler Erholung macht sich breit…bis…ja bis es vom Gartenzaun zwitschert und alle Buchstaben durcheinander purzeln, Sätze nochmal und nochmal gelesen werden wollen, damit man den roten Faden nicht verliert, um dann nicht einmal den Artikel beenden zu können. Dafür wird das Gezwitscher meines Gegenübers lauter und hektischer und hat meine kleine heile Welt ins Bröseln gebracht.

Ach, du schöner Sonntagnachmittag…lass uns einfach nochmal von vorn anfangen und das Drehbuch anders gestalten: „Sie setzte sich an diesem sonnigen, aber frischen Herbstnachmittag zufrieden und glücklich mit ihrem Kaffee auf die Gartenbank, stöberte in ihrer Lieblingszeitung und las genüßlich einen Artikel nach dem anderen. Zwischenzeitlich blickte sie auf, schloß die Augen und ließ die Sonnenstrahlen auf ihrem Gesicht tanzen. Die Sonne stand schon ziemlich weit unten und brachte die Farben des orangen und roten Gartenbusches besonders zum Leuchten. Welch eine Kraft in diesen Farben lag. Welch eine Energie sie durch den bloßen Anblick tanken konnte. Energie für die kommenden Stunden, den Abend, den nächsten Tag. Sie fühlte die Kraft in sich leuchten und atmete noch einmal tief ein. Was für ein Gefühl. Stark, zuversichtlich und gewappnet für die kleinen und großen Herausforderungen, die noch kommen sollten. Nichts konnte sie aus der Ruhe bringen, alles war im Lot.“

Ende gut, alles gut. Ja, so sollte es sein. Zum Glück verleiht mir Schreiben dasselbe schöne Gefühl. Mein zartes Gleichgewicht ist wieder hergestellt. Zeit, abzuschalten und den Abend mit einem guten Glas Wein ausklingen zu lassen.

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Verwöhnen lassen macht Spaß und gute Laune

Es ist schon komisch, wenn man ohne Kinder wegfährt, vor allem wenn Mama Geburtstag hat. Aber es war mein sehnlichster Wunsch, doch endlich mal wieder mit meinem Mann irgendwohin zu entschwinden. Und warum nicht zwei Übernachtungen von Oma und Opa wünschen? Die Kids lieben sie und sie lieben die Kids. Natürlich fühlt es sich merkwürdig an, den eigenen Geburtstag möglichst geheimzuhalten, damit der Grosse nicht auf die Idee kommt, mitfahren oder ein Geschenk übergeben zu wollen. Irgendwie habe ich ein schlechtes Gewissen, aber wann, wenn nicht jetzt?

Seit drei Jahren waren wir nicht mehr als Paar weg. Klar, mal einen Abend essen gehen, Kino oder ähnliches. Auch mal eine Übernachtung bei Oma und Opa. (Danke dafür, keine Frage!) Wir wissen die Großeltern zu schätzen. Aber so richtig weg, fast drei Tage nur für uns…das gab es schon lange nicht mehr. Und wie erwartet, hat es sich gelohnt. Richtig gelohnt.

Früher hätte ich es lächerlich gefunden, so kurz zu verreisen, aber es fühlt sich wie eine Ewigkeit an. Es ist ja nicht gerade so, dass ich meine Kinder loswerden will. Ich habe sie ja schon kurz nach dem Wegbringen vermisst. Aber ich brauche halt mal eine Pause vom ständigen Senden und „Stets-zu-Diensten-sein“. Viel Geben ohne Nehmen und irgendwann…puff…sind die Akkus leer.

Wie schön ist es dann, mal in Ruhe an der Ostsee lang zu spazieren, auf’s Meer zu schauen, den Sonnenuntergang zu genießen, die Augen zu schließen und tief durchzuatmen. Wenn man schlau ist, bucht man sich ein schickes Wellnesshotel, um sich bei Regen aus dem Überangebot an Massagen, Bäder, Packungen etc. einzudecken. Ich habe mir z.B. ein Traumbad aus Rosenblüten gegönnt und wow – war ich relaxt! Dazu noch ein schicker Pool und Sauna, was will man mehr? Ach ja, ausschlafen natürlich! Beim Frühstück bis 13 Uhr kein Problem. Zugegeben sind wir, wie alle guten Eltern, einen Tag schon um 5.30 Uhr und den anderen um 6.30 Uhr aufgewacht, aber es ist ja auch schön, sich einfach nochmal umzudrehen.

Also lange Rede, kurzer Sinn: ich wollte es ja nie wahrhaben, aber alle großen und kleinen Mitglieder unserer Familie profitieren von der einsamen Zweisamkeit der Eltern. Relaxte Eltern – relaxte Kinder. Gut, ich gebe zu, dass ich auch heute schon wieder recht genervt war, aber ich habe insgesamt viel weniger geschimpft. Wir sind doch ziemlich gut durch den Tag gekommen und ich hoffe, dass meine Akkus noch lange halten, ansonsten mache ich mir mein eigenes Traumbad mit getrockneten Rosen aus unserem Garten. 😉

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Weniger ist mehr

Irgendwie war ich wohl zu ehrgeizig. Jeden Tag was zu schreiben ist nicht möglich, ohne dabei in permanenten Schlafmangel zu geraten. Leider, leider wird aus meinem Tagebuch kein TAGEbuch, aber nichtsdestotrotz werde ich euch gern weiterhin berichten, was bei uns passiert und was mir so durch den Kopf geht. Dafür macht es einfach zuviel Spass und ich möchte meine treuen Leser nicht enttäuschen. Es ist wirklich schön, ab und an mal Gedanken auszutauschen und möglichst positives Feedback zu bekommen. 🙂

Um den Rest der Leute nicht zu nerven, vor allem meine englischsprachige Facebook-Community, werde ich mich wieder aus Facebook ausklinken. Wenn ich das hier irgendwie hinkriege…

Deshalb die grosse Bitte an euch, den „follow“ Button anzuklicken und somit auf dem Laufenden zu bleiben. Ihr bekommt dann eine e-mail und könnt meine Beiträge lesen, wenn euch danach ist.

Ich werde mal vorsichtig sein und keine Angaben über die Regelmäßigkeit meiner Beiträge machen, aber durch mein neues „Weniger-ist-mehr“-Konzept schaffe ich momentan z.B. sogar so schöne Sachen wie Frühjahrsblüher im Garten zu pflanzen. Immerhin geht dafür ein ganzer Vormittag drauf…Kind einpacken, hinradeln, Kind eventuell nochmal schieben, pflanzen etc. Ich freu mich echt schon auf das Ergebnis nächstes Jahr – bin sehr gespannt.

Vielleicht besinnt ihr euch ja auch mal wieder auf das Wesentliche und findet euer eigenes „Weniger-ist-mehr“-Konzept. Oder was meint ihr?

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pünktchen .

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